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Prädikat lobenswert: Jugendarbeit und Kameradschaft

Viel Lob von den Festgästen: im Sport- und Jugendheim. Der Feuerwehr-Musikzug Hohenwestedt feierte sein 125-jähriges Bestehenmit einem Jubiläumskommers. Foto: Kühl

Feuerwehrmusikzug feierte das 125-jährige Bestehen

HOHENWESTEDT Der Feuerwehr-Musikzug Hohenwestedt hat sein 125-jähriges Bestehen mit einem Festkommers im Sport-und Jugendheim gefeiert. „Ich persönlich bin froh, dass ich bis Drei zählen kann“, stellte Wehrführer Thorsten Müller in seiner Begrüßungsansprache fest, „denn meine Frau Tanja sagt immer: ‚Wer bis Drei zählen kann, kann auch Pauke spielen’, und so komme ich ab und zu in den Genuss, bei Euch mitspielen zu dürfen.“ Besonders bemerkenswert fand der Feuerwehrchef, wie problemlos Jung und Alt beim Musikzug harmonieren. „Es ist bewundernswert, wie Ihr immer wieder diese große Altersbandbreite von zehn bis 84 Jahren unter einen Hut bekommt“, lobte Thorsten Müller, „Ihr habt eine Super-Kameradschaft und haltet gut zusammen.“ Nachdem der Wehrführer Blumenstrauß samt Küsschen an seine Ehefrau und Musikzug-Rückblick auf 125 Jahre Musikzugchefin Tanja Müller verteilt hatte, folgten lobende Worte vom Bürgermeister. „Dies ist heute ein ganz besonderer Anlass zum Feiern für den Musikzug und auch für die Gemeinde Hohenwestedt“, betonte Stefan Landt, „wie es sich für einen Ort gehört, wo Feuerwehr und Gemeinde eng zusammenstehen, fungieren heute Abend die Feuerwehr und der Musikzug und die Gemeinde gemeinsam als Gastgeber.“ Der Bürgermeister lobte die hohe musikalische Qualität des Orchesters, dessen engagierte Jugendarbeit und die vorbildliche Kameradschaft. „Wir müssten eigentlich uns allen gratulieren, denn wir sind ja die Hauptnutznießer und haben das Glück, den Musikzug bei seinen unzähligen Auftritten genießen zu dürfen“, sagte Landt, „die Gemeinde Hohenwestedt ist stolz auf ihr Aushängeschild: den Feuerwehr-Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hohenwestedt.“

„Ich wünsche Ihnen alles Gute erstmal für die nächsten 25 Jahre, dann könnte man den 150. Geburtstag feiern“, erklärte Staatssekretär Volker Dornquast, der in Vertretung des Innenministers am Festkommers teilnahm: „Alles Gute für Sie, die Feuerwehr Hohenwestedt und die Gemeinde Hohenwestedt!“ „Unser Musikzug ist einer der ältesten Feuerwehr-Musikzüge in Schleswig-Holstein“, vermerkte Ehrenwehrführer Henning Ratjen zum Auftakt seiner Laudatio, „wie den alten Protokollen zu entnehmen ist, herrschte zumeist eine rege Beteiligung musikbegeisterter Kameraden.“ Im Jahre 1909 habe es jedoch einmal „einen kleinen personellen Engpass“ gegeben. „Aber da wurde in einer Ansprache auf diesen Missstand hingewiesen, und sofort erklärten sich sechs neue Mitglieder bereit, beim Musikzug mitzuspielen.“ Im Zweiten Weltkrieg habe der Musikzug „geruht“, berichtete Ratjen: „Aufgelöst wurde er jedoch nie.“ Beim Neustart des Orchesters im Jahr 1950 seien alle Hohenwestedter Geschäftsleute um Spenden gebeten worden: „Da kamen 1100 Mark zusammen, und damit wurden dann bei der Militärmusikschule in Rendsburg gebrauchte Instrumente gekauft.“ Begeisterung, Engagement und Liebe zur Musik seien besonders lobenswerten Eigenschaften der Orchestermitglieder, befand Ratjen und wies insbesondere auf die Nachwuchsarbeit

des Musikzugs hin: „Hier werden junge Leute gefördert, indem sie mit viel Spaß, aber auch Disziplin eine kostenlose Ausbildung erhalten.“ Ratjens Fazit: „Unsere Musiker haben bewiesen, dass sie zu den verschiedensten Anlässen Menschen begeistern können, und Sie sind inzwischen weit über unsere Region hinaus bekannt.“ Ratjens Jubiläumsgeschenk: ein Fünf-Liter-Fass Bier. „Das könnt Ihr an einem Eurer nächsten Übungsabende im Gedenken an die vergangenen 125 Jahre leeren.“

„125 Jahre: Das ist eine verdammt lange Zeit!“, meinte Kreiswehrführer Mathias Schütte, „ich finde es erstaunlich, dass es in diesen 125 Jahren erst acht Musikzugführer gegeben hat.“ Das sei ein Indiz für „viel Harmonie und Beständigkeit“. „Dies ist ein stolzer Tag für Hohenwestedt und den Musikzug“, sagte Kreispräsident Lutz Clefsen, „Sie sind das Aushängeschild einer ganzen Region, und wir sind stolz auf Sie!“ Amtsvorsteherin Edith Kühl beglückwünschte die Jubilare „im Namen aller Gemeinden, die sich demnächst zum Amt Mittelholstein zusammenfinden“, Heike Lemster vom Vorstand der Sparkasse Hohenwestedt überreichte einen 1250-Euro-Scheck, und Martin Plorin vom Oldie-Spielmannszug würdigte die musikalischen Verdienste des Paukenspielers Thorsten Müller: „Du bumst da ab und zu ja auch mal ein bisschen mit.“

Zum Abschluss des offiziellen Programmteils gab es noch eine besondere Ehrung: Musikzug-Kassenwartin Iris Offermann (Eintrittsdatum: 1. Juli 1979), die sich auch um die Internetseite und den Schriftverkehr des Orchesters kümmert, wurde vom Kreiswehrführer mit dem Schleswig-Holsteinischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze ausgezeichnet. Hans-Jürgen Kühl

Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung von Hans-Jürgen Kühl (Landeszeitung)